Die Akkordzither

[Heinrich Fröhlinghaus]

Die moderne Zither, die aus dem Scheitholz hervorging und Merkmale von Zister und Gitarre

Imitierte, ist generell eine Griffbrettzither. Als solche erlangte sie musikhistorische Bedeutung

Und passte somit in das Zeitgenössische Musikleben. Seit dem Viertel des 19. Jahrhunderts wurde vielerorts die Forderung nach einfach und problemlos - wenn möglich ohne Notenkenntnis zu erlernen, billigen und vielfältig nutzbaren „Volksinstrumenten“

Erhoben. Die Instrumentenindustrie bediente das, wie aus den Verkaufszahlen hervorgeht, massenhaftes Interesse mit unzähligen Erfindungen, Neuentwicklungen und zum Teil wenig durchdachten Exprimenten. Manche Kuriosität wurde marktschreierisch angepriesen.

Die Idee eine Zither für die volksmusikalische Freizeitbetätigung zur Verfügung zu stellen,

Kann so werden sehen.. Dabei gehen die „Erfinder“ unterschiedlichen Wegen nach,

die sich logisch folgendermaßen ordnen lassen:

a) Griffbrettlose Zithern mit chromatischer oder teildiatonischer Saitenanordnung von der tiefsten bis zur höchsten Saite ( ein -oder doppelchörig.

b) Griffbrettlose Zithern mit einer Saitenanordnung in Akkorden ohne Melodiesaiten

( Erlaubt nur Akkordbegleitung. Ein solches Instrument ist beispielsweise die

Harfen - Zither. Sei ist ein reines Begleitinstrument das lediglich über 5 Akkorde

Verfügt.

c) Kombinationen von a + b; also mit einzelnen Melodiesaiten, zu denen 5 - 7 in Akkorden . zusammengefasste Saitenchöre treten ( gestattet Melodiespiel mit eingeschränkter . . . . . funktionsharmonischer Begleitung.

Die Namen dieser Modelle sind meist wohlklingende Reklamemarken. Sei heißen

„Gitarre-Zithern“ , „Harfen-Zithern“ um Klangvorstellungen zu assoziieren, die kaum eingelöst werden können . Die wohl am nächsten liegende Bezeichnung „ Akkordzither“ meint allerdings Instrumente mit Manualen.

Eigens für diese Akkordzithern wurden Unterlegblätter erfunden, die mit Hilfe von unter die Saiten liegenden Diagrammen dem Notenunkkundigen Nutzer das Abspielen einstimmiger

Tonfolgen ermöglichen können.

( In einem Bericht der Zeitschrift für Instrumentenbau von 1904 heißt es :

Die seit mehreren Jahren eingeführten und auch jetzt in Berlin hergestellten Instrumente

Mit unterlegbaren Notenblätter erfreten sich noch immer guter Aufnahme, insbesondere gilt dieses für die sogenannte Gitarre-Zither. )

Aus baulicher Sicht hatten diese Zithern aber wenig mit der Gitarre gemein; Die Bezeichnung lehnt sich an einen für das Akkordspiel auf der Gitarre typischen Klang an Zu den meist drei Oktaven umfassenden und chromatisch gestimmten Melodiesaiten c’ - c’’’ ) kommen 24 - 30 in fünf oder sechs zusammengefasste Begleitsaiten

( z.B. E - Dur - A - Dur D - Dur - F - Dur - G- Dur - C- Dur .

Seit mehreren Jahren gibt es nun auch die neun - zehn - zwölf und ab 2005 gibt es auch die dreizehn akkordige Zither. Die Aufteilung der Akkorde erfolgen im Quintenzickel ( logische Spielweise ).

Von links nach rechts

h- moll - e-moll - a-moll - d-moll - g-moll - H - E - A - D - G - C - F - B-

Auf Wunsch sind auch eigene Anordnungen der Akkorde möglich.